Jeder kennt es, viele fürchten es und noch mehr Leiden regelmäßig darunter.

Stress am Arbeitsplatz.

Stress ist prinzipiell erstmal nichts Schlechtes, er hat in der Urzeit das menschliche Überleben gesichert: damals gab es allerdings auch nur zwei Optionen. Kampf oder Flucht.


Heute staut er sich bei vielen Menschen auf und führt somit langfristig zum gesundheitsschädlichen Dauerstress.

Um Stressprävention zu betreiben, sollten wir zunächst untersuchen, woher dieser überhaupt kommt.

Ganz grob betrachtet gibt es hierbei 3 verschiedene Ursachen:

  • physische Ursachen
    Lärm, Hitze, Kälte, Temperaturschwankungen, Luftdruckänderungen, Hunger, Infektionen, Verletzungen, schwere körperliche Arbeit, langes Autofahren, Reizüberflutung

  • psychische Ursachen
    Versagensängste, Überforderung, Unterforderung, Fremdbestimmung, Zeitmangel, Hetze, Kontrollverlust

  • soziale „Stressoren“
    Konflikte, Isolation, ungebetener Besuch, Verlust vertrauter Menschen, Mobbing

Jeder von uns wird wohl schon mit einem oder mehrerer dieser Stressoren Erfahrungen gemacht haben. Dabei wird eine kritische Situation erst dann wirklich stressig, wenn vermeintlich keine Bewältigungsmöglichkeit besteht.

Stress am Arbeitsplatz entsteht bspw. immer dann, wenn berufliche Anforderungen und soziale Belohnungen aus dem Gleichgewicht geraten.

Wie man mit Stress am besten umgeht?

Zunächst ist zwischen Stressbewältigung und Stressprävention zu differenzieren. Ersteres ist anzustreben, falls der Stress bereits existiert, letzteres dient zur Vorbeugung.

  • Abreagieren durch körperliche Aktivität – sei es ein Spaziergang um den Block oder das Treppensteigen im Büro. Sport oder Entspannung können  kurzfristig auch lindernd wirken.
  • Ablenken – was für viele Menschen vielleicht nach Prokrastination (das Aufschieben von wichtigen Aufgaben) klingt, wirkt im Rahmen der Stressbewältigung sogar ganz gegensätzlich. In dem man beispielsweise den Schreibtisch aufräumt oder kurz ein Telefonat mit einem lieben Freund führt, wird das Stressniveau kurzfristig gesenkt.

Beschäftigen Sie sich mit den Ursachen des Stresses.
Sind es die eigenen Ansprüche, die sogenannten Antreiber, die uns dazu zwingen, uns so zu verhalten wie wir es aktuell tun? Sind es Glaubenssätze (Ideen aus der Kindheit oder Erwartungen anderer) die wir bedienen müssen, ohne sie zu überprüfen? „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam“ heißt der Bestseller von Lothar J.Sewert. Da ist was dran. Nehmen Sie sich gerade jetzt Zeit und denken Sie über das Hamsterrad nach in dem Sie stecken. Denn es sieht nur von innen aus wie die Karriereleiter. Was ist Ihnen wichtig? Sprechen Sie mit Partnern, Freunden, Coaches. Überprüfen Sie jetzt Ihr Pensum an Bewegung, ausgewogener Ernährung. Schlafen Sie ausreichend?

Um Stress zu vermeiden, sollten Sie sich im Klaren darüber werden, wie Ihre Stressoren aussehen? Wie reagieren Sie in Stress-Situationen? Welche Bewältigungsmöglichkeiten sehen Sie?

Manchmal fehlt uns die passende Methodenkompetenz – wenn wir nicht wissen, wie wir auf unfaire Angriffe reagieren oder wie wir die richtigen Fragen stellen, wird uns Entspannung und Sport nicht langfristig weiterbringen.

Und trotz alledem gibt es ein paar Tipps, die Sie schnell umsetzten können und die sicher einen ersten Schritt in die richtige Richtung zeigen.

Trinken Sie genug

Auch dies ist ein Klassiker, trotzdem schaffen es die Wenigsten. Dabei sind zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag ein ungefährer Richtwert. Wer es genauer haben möchte, kann mit ca. 35 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht rechnen.
Nutzen Sie z.B. ihr Smartphone, um sich an das Trinken zu erinnern. Ich stelle jeden Morgen eine Karaffe Wasser an meinen Arbeitsplatz. Egal wo ich bin. Mir hat es geholfen aus dem unbeliebten Wasser trinken, ein Ritual zu machen, das meiner Gesundheit zugutekommt.

Planen Sie freie Zeit in Ihrem Tagesplan ein

Manchmal muss man sich zwingen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Hinter jedem Projekt, jeder Aufgabe steckt ein Vorgesetzter, Kunde, Ehepartner oder Druck, den wir uns selbst machen. Lernen Sie Ihr eigener Chef in puncto Freizeit zu sein.

Sich in sich selbst verlieben?

Wann waren Sie das letzte Mal verliebt? Wundert man sich da nicht, wie viel Zeit man auf einmal für jemanden findet, die vorher auf keinen Fall entbehrlich gewesen ist. Fast immer steuert das Interesse die Aktivität. Wenn wir verliebt sind, wollen wir so viel Zeit wie möglich mit dem Objekt unseres Interesses verbringen und auf wundersame Weise tun wir es dann auch.

Verlieben Sie sich wieder in die Zeit mit sich selbst. Stellen Sie sich vor, wie es Ihnen gehen wird, wenn Sie wieder regelmäßig Sport machen. Wie viel Inspiration bekommen Sie durch das Lesen neuer Bücher? Wie gut werden Sie sich fühlen, wenn Sie wieder Gespräche über das Leben mit Ihren Freunden führen?

Überlegen Sie jetzt bitte, was für Sie noch wichtig ist. Was macht Ihnen Freude, wofür hätten Sie gerne mehr Zeit?

Aufputschmittel

Sei es Nikotin, Koffein oder Taurin, der schnelle Griff zum Glimmstängel oder Muntermacher ist verlockend. Und auch wenn die kleinen Helferlein kurzfristig unterstützend wirken, erhöhen sie langfristig nur den Stress, dem Sie sich aussetzen. Hier ist Vorsicht geboten. Dasselbe gilt übrigens auch für Schokolade.

Ich habe diesen Artikel heute geschrieben, weil auch ich wie viele meiner Klienten immer wieder mit Stress zu kämpfen habe.

Durch die vielen Methoden, die ich kenne und anwende, wird es mit der Zeit immer leichter dem Stress zu entkommen… Ich möchte Sie ermutigen sich nicht ausgeliefert zu fühlen, sondern aktiv in ein entspannteres Leben zu schreiten.

Lassen Sie den Stress nicht Ihr Leben bestimmen, es ist zu kurz und zu wertvoll.

Herzlichst Ihre Isabella Herzig

Weitere Informationen zu denen von mir angewandten Methoden finden sie hier.

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