Während ich in meinem letzten Blogbeitrag bereits einige Aspekte der menschlichen Gestik beschrieben haben, wende ich mich heute konsequenterweise dem anderen Fachgebiet zu, der Interpretation der menschlichen Mimik.

Sie kann neben der Gestik als nonverbale Informationsquelle einen sehr wichtigen Beitrag zur Interpretation der zwischenmenschlichen Kommunikation liefern. Denn ob im Alltag, im Beruf oder bei einer Bewerbung: unsere nonverbale Sprache entscheidet mit darüber, wie erfolgreich wir im Leben sind. Wie intensiv? Lassen Sie uns gemeinsam ein wenig genauer darauf schauen.

Warum ist die Mimik seit jeher überhaupt so relevant für uns Menschen?

Weil unser Gesicht wie ein Soloinstrument in einem Orchester alle Emotion innerhalb von Millisekunden transportiert.
Noch vor der Entstehung der Sprache war die Mimik bei der Informationsübertragung maximal entscheidend .

Als Rudeltier zeigte der Homo Sapiens mittels seines Gesichtsausdrucks Gefahren an, warnte vor Verdorbenem oder schüchterte mit seinem Zorn die Konkurrenten ein. Wir Menschen sind Meister im Gesichter erkennen.
Nancy Kanwisher von der renomierten „Massachusetts Institute of Technology“ – Universität hat als erste nachgewiesen, dass in unserem Gehirn ein spezielles Areal für Gesichtserkennung aktiv sei. Der sogenannte Gyrus fusiformis, was so viel heißt, dass wir nicht nur Gesichter als solches erkennen, sondern auch die mimischen Signale sehr schnell wahrnehmen.

Auch als Rednerin/Keynote Speaker weiß ich, dass die Mimik ein nicht zu unterschätzendes Puzzlestück des Bühnenlebens ist, um sich die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer zu sichern. Ein Vortrag mit ausdrucksloser Miene wirkt selbst bei noch so interessanten Themen eher einschläfernd. Die Zuhörer verlieren schnell den Faden, klinken sich aus, ermüden oder zücken das Handy. Es gilt die Kommunikation interessant zu gestalten so das der Informationsfluss zwischen „Sender“ und „Empfänger“ für alle beteiligten zu einer möglichst guten Verständigung führt. ( Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun )

Eine aktiver Gesichtsausdruck sichert Ihnen die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Ein Lächeln schafft eine imaginäre Verbindung zwischen Ihnen und Ihren Zuhörern und der Blickkontakt schafft Vertrauen.
Mein Tipp: Bevor Sie eine Rede halten, nehmen Sie sich selbst einmal auf. Überprüfen Sie Ihre Wirkung.

Auf der anderen Seite erfahren Sie als Sprecher aus den Gesichtern der Zuhörer, wie gut Ihr Vortrag wirklich ist. Sehen Sie hochgezogene Augenbrauen und vielleicht leicht geöffnete Lippen dann haben Sie das Publikum in Ihrem Bann gezogen. Ein zustimmendes Lächeln und Kopfnicken sprechen auch für Sie. Doch denken Sie daran, auch die Abwesenheit eines Gesichtsausdrucks liefert uns Informationen. Der Mensch braucht die Resonanz des Gegenübers, wenn Sie in den Gesichtern so rein gar nichts sehen können, fehlt die Emotion. Wechseln Sie den Kurs. Mit einem regungslosen Publikum zu interagieren, fördert die eigene Unsicherheit, verschafft Unklarheiten und hemmt somit den allgemeinen Gesprächsfluss. So ist der Prozess der Kommunikation zwischen Redner und Publik , weit wechselseitiger als man zunächst annehmen mag.

Während die einzelne gesichtsmotorische Mimik nach Paul Ekman, die sogenannte Basisemotionen wie Angst, Trauer, Überraschung, Ekel, Verachtung, Ärger und Freude eindeutig einer Emotion zugewiesen werden kann, so ist dies bei der darauffolgenden Interpretationen ungleich schwieriger.

Dies liegt im Wesentlichen am Faktor Zeit, der uns zum Wahrnehmen einzelner Mimik zur Verfügung steht.

Die Wissenschaft unterscheidet hier Mikro– und Makroexpressionen. Bei der Makromimik handelt es sich um Gesichtsausdrücke, die länger als 500 ms sichtbar sind (i.d.R. 0,5 bis 4 Sekunden). Sie treten auf, wenn jemand ein Gefühl weder verbergen noch unterdrücken möchte.

Man kann nicht nicht kommunizieren
– Paul Watzlawick

Bei der Mikromimik bzw. Mikroexpressionen handelt es sich um sehr kurze, unwillentliche und emotional ausgelöste Gesichtsausdrücke, die sich nur für Sekunden-Bruchteile zeigen (40 bis 500 ms). Sie treten in emotional hoch aufgeladenen Situationen auf und sind typischerweise Signale von Gefühlen, die verheimlicht werden sollen.

Worauf Sie auf jeden Fall in den Gesichtern der Anderen achten sollten…

Oder auch einfach nur „Lächeln„. Allerdings kann ein Lächeln vielseitig sein. Von authentischer Freude bis hin zur Überheblichkeit oder sogar Unsicherheit kann diese Mimik fast alles ausdrücken. Um ein „echtes“ also freudiges Lächeln von einem falschen Lächeln zu unterscheiden sollte man auf Fältchen unter dem oberen Augenlid achten. Denn bei einem unechten Lächeln ist der „Augenringmuskeln“ nicht aktiv, die berühmten Krähenfüße entstehen zwar auch aber nur, weil der große Jochbeinmuskel angespannt wird. Probieren Sie es aus?

Steht im Gegenteil nach Paul Ekman nicht für ein „Lächeln“. Sondern für die Emotion „Verachtung“.Diese Mimik begegnet uns oft, wenn sich das Gegenüber uns überlegen fühlt….
Oder wir uns ihm.Hier ist eine sensible Einbeziehung der Meinung von größter Bedeutung, wie Sie das machen erfahren Sie in meiner Ausbildung zum EQ-Profiler.

Herzig EQ Ausbildung

Eine Mimik so bekannt und allgegenwärtig, dass sie es in unseren alltäglichen Sprachgebrauch geschafft hat. Dabei deckt sie eine Vielzahl von möglichen Signalen ab. Sei es Ekel, Ablehnung oder Schmerz. Da das Rümpfen der Nase aber auch leicht bewusst ausgeführt werden kann, ist dies keine hundertprozentig zuverlässige Informationsquelle. Nach Ekman steht sie universell also bei allen Menschen gleich für Ekel. Diesen zeigen wir auch, wenn wir emotionalen Schmerz erleiden, zum Beispiel bei einem Preis der die Schmerzgrenze verrät. Viele Damen machen diesen Gesichtsausdruck beim Schuhkauf. Ich spreche hier aus Erfahrung. ;-))

In der Funktion des Redners,wird diese Mimik oft zur Betonung des gesprochenen verwendet. Ist diese allerdings beim Zuhörer zu beobachten, kann man davon ausgehen, dass eine gewisse Skepsis oder sogar Ungläubigkeit vorherrschen.

In der Regel ein Zeichen für Nachdenklichkeit. Das Gegenüber sucht nach einer Idee: Tritt diese Bewegung bei einer zuhörenden Partei auf, kann dies ein Signal dafür sein, das diese nicht mit Ihrem Standpunkt übereinstimmt. Um zwischen nachdenklicher Zustimmung, neutralen Abwegen und Ablehnung zu unterscheiden, können Sie auf weitere Hinweise wie das Nicken oder Schütteln mit dem Kopf achten.

  • Körpersprache, Gestik, Mimik

EQ-Profiler Ausbildung – Unsere Weihnachtsreihe II

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