Der zwischenmenschliche Austausch geht, wie dem aufmerksamen Leser meines Blogs sicherlich bekannt ist, weit über die Verbale Kommunikation hinaus.

Dazu ein kleiner Exkurs: Unter Kommunikation verstehen wir grundsätzlich erstmal die Fähigkeit des Austauschens von Informationen zwischen einem „Sender“ und einem „Empfänger“ (Schulz von Thun)
Dabei ist sich die moderne Forschung an Instituten und Universitäten einig, der Anteil der nonverbalen Kommunikation liegt mit einem Verhältnis von ca 80 zu 20 % deutlich schwerer in der Wagschale.

Deshalb beschäftigen wir uns heute mit einem Teil der Körpersprache, der die Kommunikation auf eine neue ebene Hebt, der Gestik.

Auch wenn jeder Mensch beim kommunizieren seine ganz persönlichen Eigenarten hat, ist es der Gestikforschung gelungen wiederkehrende Gesten in der zwischenmenschlichen Kommunikation herauszuarbeiten und deren Bedeutung zu analysieren, ja fast zu „kartografieren“.

Heute möchte ich Ihnen eine kleine Auswahl, an den häufigsten verwendeten Gesten im alltäglichen Arbeitsumfeld und deren Interpretation vorstellen.

Ich empfehle beim Lesen der nonverbalen Kommunikation das individuelle Verhalten jedes Einzelnen zu beachten. Hinweise erhalten Sie vor allem in den Momenten, in denen eine Abweichung von der gewohnten Körpersprache des Gegenübers zu beobachten ist. Generell kann aber bereits jetzt festgehalten werden, dass die Körpersprache in der Regel keinen direkten Ursachen-Wirkungsprinzipien in Form von, wenn A dann B unterliegt. Die Analyse der Körpersprache ist vielmehr als “Puzzle-Spiel” zu verstehen. Jedes Signal (bewusst oder unbewusst) liefert in Kombination mit anderen Informationen (visuell, akustisch etc.) Orientierungsfragmente, um die Botschaft hinter der Kommunikation seines Gegenübers richtig zu deuten.
Heute schauen wir nur auf unsere Hände ohne Verbindung mit anderen Körperteilen.
In der nächsten Ausgabe bauen wir darauf auf.

 

Der Klassiker, das Trommeln mit den Fingern: Es wird automatisch mit Ungeduld assoziiert. Allerdings kann dies genauso ein Ausdruck von Nervosität, oder gar ein Akt der Provokation sein.

Was für den einen oder anderen eher einer Entspannungsübung ähnelt, wird oftmals als Selbstzufriedenheit interpretiert. Auch hier gilt es die Situation abzuschätzen. Im falschen Moment kann diese demonstrierte Selbstzufriedenheit auch ins Unsympathische umschlagen. In angespannten Situationen dient das reiben der Hände oft der Selbstberuhigung und deutet eher auf einen angespannten seelischen Zustand des Gegenübers an. Ein schnelles Hände reiben kann auch eine sehr hohe Motivation deutlich machen. Let´s go!

Ähnlich wie beim Trommeln mit den Fingern lässt dieses Verhalten auf Nervosität, oder auch auf Desinteresse oder Unkonzentriertheit schließen. Besonders der Ringfinger steht für eine emotionale Eingebundenheit. Wer den Ringfinger beim Reden reibt – ist oft assoziiert in der jeweiligen Situation und nicht rational und distanziert beim Betrachten des Themas.

Oft als Denkerhaltung verstanden, bei den Vorführern. Bei den Meisten von uns steht dieses für die eigene Überheblichkeit bei gleichzeitiger Abwehr gegen Einwände. Auf der anderen Seite ist diese Haltung einer der berühmten Power Gesten, die Ihnen ermöglichen sich emotional in schwierigen Gesprächen zu stabilisieren und souverän zu wirken.

 

Seien Sie aufmerksam. Um einer realitätsnahen Einschätzung Ihres Gegenübers nahezukommen, muss dieser Leitfaden durch persönliche Menschenkenntnisse und Empathie ergänzt werden. Haben Sie Lust mehr Vokabeln der „Körpersprache“ zu lernen, dann bleiben Sie dran und lesen nächste Woche weiter im EQ-Blog.

Oder Sie melden sich direkt zu unserem Kommunikationstraining „Das ABC der Körpersprache“ an, welches im März 2019 stattfindet.
Näheres dazu gibt es in Kürze.

Ihre Isabella Herzig